Rottenwagen & Anhänger
Die Entwicklung der Rottenwagen bis zum Zweiten Weltkrieg

Seit Anbeginn des Eisenbahnwesens stellten kleine, leichte Plattformwagen - meist ungebremst und ohne Bordwände – das Universalfahrzeug für alle Transportaufgaben im Rahmen der Instandsetzung des Fahrweges dar. Diese antriebslosen, per Hand zu verschiebenden Wagen wurden als Rottenwagen bezeichnet, da sie durch die Arbeitsrotten der Bahnmeistereien benutzt wurden. Sie wurden oftmals am Ort der Baumaßnahme aus dem Gleis gehoben, um den Fahrweg freizumachen.

In den 1930er Jahren wurden die ersten kleinen Schritte zur Mechanisierung des Eisenbahnbauwesens unternommen. Ein Schritt dahin war die Entwicklung motorisierter Rottenwagen. Bei den ersten jetzt Rottenkraftwagen genannten Fahrzeugen handelte es sich um zweiachsige Plattformwagen mit zwischen den Achsen unterflur angebrachten Vergasermotoren, die mittels eines Schaltgetriebes ihre Kraft auf eine Achse übertrugen. Auf Grund der händischen Be- und Entladung auch auf freier Strecke ist die niedrige Ladeflächenhöhe ein wichtiges Kriterium bei Eisenbahnbaufahrzeugen. Dieses wird u. a. durch kleine Laufraddurchmesser erreicht. Die Steuerung dieser ersten Rottenkraftwagen wurde ursprünglich mittels auf beiden Fahrzeuglängsseiten angebrachten Bedienelementen durchgeführt. Seitlich ansteckbare Sitzflächen ermöglichtem den Fahrzeugführer die Mitfahrt auf dem Fahrzeug. Mit dieser sehr einfachen Konstruktion konnte eine größtmögliche Flexibilität erreicht werden. Nach einem schweren Unfall Anfang der 1950er Jahre wurden kleine Führerhäuser vorne auf die Ladefläche mittig in Wagenlängsachse gesetzt und die Bedienelement so umgebaut, dass das Fahrzeug von dort aus gesteuert werden konnte. Diese Fahrzeuge wurden im Kleinwagenbezeichnungsschema der DB aus dem Jahre 1956 als Klv 31 bezeichnet.

Bis 1945 gab es keine spezeillen Rottenwagen-Anhäger. Eine Besonderheit der Rottenwagen - korrekt Kraftrottenzugwagen (!) - ist die sehr niedrige Höhe der Ladefläche. Die selbe Bauhöhe wurde bei den Anhänger zu den Rottenwagen realsiert. Diese Anhänger waren druckluftgebremst, während die frühen Rottenwagen kraftfahrzeugmäßig direkt gebremst waren.

Über die Anhänger für die frühen Nachkriegsrottenwagen (Kla 40/41) ist bisher nichts bekannt.

Die Weiterentwicklung der Rottenwagen ging auch an den dazugehörigen Anhängern nicht spurlos vorüber, so daß im Laufe der Jahre unterschiedliche Bauarten entstanden.

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