Propangas-Verteilerzüge
Spätestens seit den 1920er Jahren waren zu beleuchtende Signale flächendeckend mit kontinuierlich leuchtender Propangasbeleuchtung ausgestattet. Es entstand ein einheitlicher, austauschbarer Beleuchtungskörper, der sich aus einer Propangasflasche mit aufgesetztem Brenner zusammensetzte. Bei Mastsignalen konnten diese meistens heruntergelassen werden, so dass der Austausch am Fuß des Signals vorgenommen werden konnte.

Der Flascheninhalt reichte in der Regel für eine Brenndauer von sechs bis acht Wochen. Danach mussten die Beleuchtungskörper planmässig gewechselt werden. Im unmittelbaren Nahbereich einer Signalmeisterei wurden die neuen Beleuchtungskörper mit handverschobenen Rottenwagen zu den Signalen gebracht. Für weiter entfernt leigenden Standorte mußten lokbespannte Arbeitszüge, die aus G-Wagen bestanden, zum Einsatz gebracht werden.

Auf Basis des sehr erfolgreichen Fahrzeugkonzeptes des Klv 50 wurden in zwei Bauserien 1958/1959 und 1961 insgesamt 45 Propangas-Rottenwagen der Baureihe Klv 52 gebaut. Diese verfügten über einen ca. 2 m hohen Aufbau, der mittels einer Plane abgedeckt wurde. Mit gleichem Aufbau wurden zugehörige Anhänger als Kla 02 geliefert. Um dem Fahrzeugführer trotz des hohen Aufbaus eine Streckensicht auch bei Rückwärtsfahrt zu ermöglichen, wurde das Führerhaus deutlich höher gelegt, so dass der Fahrer über den Aufbau nach hinten sehen konnte. Für zusätzliches Personal war in einem Aufbau in Fahrtrichtung rechts vom Führerhaus Platz. Der Zugang zum Aufbau wurde in Fahrtrichtung links über eine zweiteilige Falttüre geschaffen.

Fünf Jahre nach Inbetriebnahme wurden 1964 der Klv 52-8914 und die Kla 02-8002 und Kla 02-8018 im DB-Ausbesserungswerk Karlsruhe umgebaut und fest gekuppelt. Die Aufbauten wurden mit festen Dächern und weit überkragenden Dachüberständen versehen; feste Übergänge zwischen den Fahrzeugen erleichterten den Wechsel von einem Wagen zum anderen. Bei Beibehaltung ihrer Ordnungsnummer wurden die Fahrzeuge als Klv 98 bzw. Kla 05 geführt. Obwohl - oder gerade weil - dieser Prototyp keinesfalls die in ihn gesetzten Erwartungen erfüllen konnte, war er doch ein wichtiger Schritt zur Entwicklung eines modernen Propangas-Verteilungsfahrzeuges. Er war bis Anfang 1985 in Betrieb.

Die Erfahrungen mit den Klv 52 und Klv 98 flossen in die Entwicklung des Klv 95 ein. Der 1967 realisierte Entwurf unterschied sich konzeptionell völlig von den bisherigen Fahrzeugen. Ein ca. 12 m langer waggonartiger Aufbau stützte sich auf der einen Seite auf einen Klv 53 als Trägerfahrzeug (ähnlich wie Sattelauflieger im Nutzfahrzeugbau). Auf der anderen Seite diente ein Kla 03 als "rollender Untersatz". Auf der Kla-Seite verfügte der Aufbau über einen Befehlsführerstand. Die Fahrbefehle wurden per Klingelleitung an den schiebenden Klv 53 geleitet. Gebremst werden konnten direkt vom Befehlsführerstand aus. Der hier sitzende "Steuermann" stammte aus der Beleuchtungs-Rotte und musste über eine so genannte "Bremsberechtigung" verfügen.

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